Auf dem Weg zur Überwachungsgesellschaft?
Dass Facebook mit bereits Anfang 2009 auf den Keks ging, habe ich ja bereits im Artikel Facebook Account löschen beschrieben. Abgesehen davon, dass ich mir trotz allen Löschens nur schwer vorstellen kann, dass die Daten angesichts aktueller Meldungen gerade bei Facebook "dauerhaft entfernt" werden, frage ich mich: Ändert das überhaupt was am Schutz meiner Daten?
Vor einiger Zeit habe ich bei Heise online gelesen, dass es mittlerweile möglich ist, sein Handyadressbuch mit Facebook zu "synchronisieren" und sein Mailkonto (nach Angabe von Benutzernamen und Passwort selbstredend [Achtung: Sarkasmus]) abgrasen zu lassen1, um direkt mit seinen Freunden verbunden zu werden. Wozu habe ich damals also mein Konto gelöscht, wenn Freunde, Verwandte, entfernte Bekannte oder Leute, denen ich aus irgendwelchen Gründen mal eine E-Mail gesendet habe meine Daten ohne Rückfrage an diese Datenschleuder versenden?
Was mich, abgesehen davon, dass sehr viele Menschen, darunter vor allem junge Menschen, sehr sehr viele Informationen über sich sowieso bereitwillig durchs Internet jagen jedoch wirklick sorgt, ist dass ich nun von allen "Interessenten" nicht bloß gegooglet oder "gefacebookt" werden kann, sondern dass diese stumpfsinnige Arbeit jetzt gleich biometrisch gestützt erledigt wird2. Der Firma "The Astonishing Tribe" (die Verlinkung spare ich mir an dieser Stelle bewusst) haben wir das Glück zu verdanken, dass bald jeder Besitzer eines Handys mit 5 Megapixel-Kamera bloß noch sein Objektiv auf ein Gesicht richten muss und die Software automatisch alle gesammelten Daten zu der geknipsten Person zurückgibt.
Bin ich der Einzige, der sich schon darauf freut, sich selbst zu knipsen?
1 Was Facebook über Nicht-Mitglieder weiß (Heise Online)
2 Handy identifiziert Fotografierte über Facebook & Co. (Heise Online)
Bisherige Kommentare:

| Name: | Sascha Albrink |
| Datum: | 18.03.2010, 18:08 Uhr |
| URL: | http://www.sixclicks.de |
| Kommentar: | Hi du. Ich weiß ja dass du es nun wirklich nihct hören , geschweige denn lesen willst, aber du wirst dich nicht ewig wehren können. Irgendwann bist du auch du an der Reigen um zu verstehen, dass Social Media nicht mit Datenschutz am Hut hat. Witzig finde ich nur, dass du selbst Social Media nutzt. ![]() |
| Name: | Manuel |
| Datum: | 18.03.2010, 18:43 Uhr |
| URL: | http://www.josupeit.com |
| Kommentar: | Was den Datenschutz angeht, da gibt es nun einmal Gesetze und daran muss sich auch "Social Media" halten. Und soziale Netzwerke, um mal von diesem Buzzword "Social Media" loszukommen, stehen generell in keinem Widerspruch zum Datenschutz. Wikipedia spricht zum Thema übrigens von Weblogs, Mikro-Blogging, Social Network-Aggregatoren, Event-Portalen, Wikis, Social Bookmarks / Social Tagging (grauenhafte Begriffe übrigens), Bewertungsportalen, Auskunftsportalen, Foto-Sharing, Video-Sharing, Livecasting und Audio-/Musik-Sharing. Von den wenigen "Anwendungen", die ich davon Nutze, kann ich wohl verlangen, dass dort nur Dinge über mich preisgegeben werden, die ich selbst steuere. Das Grundgesetzt spricht beispielsweise vom Recht am eigenen Bild, also "kann" nicht einfach jemand Fotos von mir publizieren, ohne dass ich da was gegen machen könnte. Aber meine private Telefonnummer durch die Gegend jagen ist ok? Die steht beispielsweise nicht im StudiVZ, bei Twitter, auf diesem Blog und im Whois-Record dieser Domain (hier endet im Übrigen die Aufzählung der Dienste, die ich diesbezüglich verwende). "Social Media" hat sehr wohl etwas mit Datenschutz zu tun, "sozial bezeichnet wechselseitige Bezüge als eine Grundbedingtheit des Zusammenlebens" und die Beschneidung meines Rechtes auf informationelle Selbstbestimmung ist alles andere als sozial. |
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